16. 06. 2026 | 18.15 Uhr
Ort: Anton Wilhelm Amo Hörsaal IV, Steintorcampus, Ludwig-Wucherer-Straße 2, 06108 Halle (Saale)
Die Wissenschaftsfreiheit gilt als tragende Säule der Demokratie – doch sie ist keine Selbstverständlichkeit. Die Entwicklungen in den USA zeigen, wie vulnerabel wissenschaftliche Institutionen gegenüber politischem Druck und gezielter Delegitimierung sein können. Was dort bereits Realität ist, zeichnet sich auch in Deutschland ab.
Sachsen-Anhalt steht exemplarisch für diese Entwicklung. Im Vorfeld der Landtagswahl sieht sich der Wissenschaftsstandort Halle – mit drei Hochschulen, zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und dem Sitz der Leopoldina – mit der umfragenstarken AfD als einer Partei konfrontiert, deren Regierungsprogramm konkrete Eingriffe in die Wissenschaftslandschaft und -freiheit vorsieht: die Abschaffung „missliebiger“ Forschungsfelder, die politische Steuerung von Hochschulräten und Berufungsverfahren sowie gezielte parlamentarische Anfragen zur Einschüchterung einzelner Wissenschaftler:innen und ganzer Institutionen.
Die Veranstaltung bringt Perspektiven aus Wissenschaft und Wissenschaftspolitik zusammen, um Herausforderungen, Strategien und Handlungsmöglichkeiten angesichts dieser Entwicklungen zu diskutieren. Zentrale Fragen werden sein:
- Wie bereiten sich Hochschulen auf eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung vor?
- Wie gehen wissenschaftliche Institutionen mit dem Spannungsfeld zwischen Neutralitätsgebot und notwendiger Haltungskommunikation um?
- Wo besteht echter Reformbedarf im Wissenschaftssystem – und wie lassen sich tragfähige Lösungen von populistischen Scheinreformen unterscheiden?
- Wie kann man mit institutionalisierter Sprachlosigkeit und organisierter Vereinzelung in Hochschulen umgehen?
Zum Format:
Nach kurzen Impulsvorträgen der eingeladenen Expert:innen findet eine moderierte Podiumsdiskussion statt, die Raum für vertieften Austausch und Fragen aus dem Publikum bietet. Die Veranstaltung richtet sich an die universitäre wie außeruniversitäre Öffentlichkeit und ist für alle Interessierten offen.
Es diskutieren:
- Prof. Dr. Claudia Becker (Rektorin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
- Dr. Justus Henke (Institut für Hochschulforschung (HoF))
- Prof. Dr. Jörg Niewöhner (Technische Universität München)
- PD Dr. Lukas Otterspeer (Europa-Universität Flensburg)
- Moderation: Nikko Kulke
Ort: Anton Wilhelm Amo Hörsaal IV, Steintorcampus, Ludwig-Wucherer-Straße 2, 06108 Halle (Saale)
Datum: 16. Juni 2026
Beginn: 18:15 Uhr
Eintritt: frei
Organisiert von:
Lukas Bornschein, Nikko Kulke, Daniel Oerlecke, Mathes Trauer
in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg und dem Graduiertenkolleg Politik der Aufklärung“.



